Erfahrungsberichte
Die Gesundheit älterer Menschen im Sommer schützen: Wenn Pflegeeinrichtungen auf Luftumwälzer setzen
Sommerlicher Komfort – eine lebenswichtige Frage in der Geriatrie
Hitzewellen treten immer häufiger, früher und intensiver auf. Ältere Menschen, insbesondere diejenigen, die in Einrichtungen leben, gehören zu den durch Hitze am stärksten gefährdeten Gruppen. Ihr Durstempfinden ist oft beeinträchtigt, ihre Fähigkeit zur Thermoregulation eingeschränkt, und ihre chronischen Erkrankungen verschärfen die Risiken eines anhaltenden Temperaturanstiegs zusätzlich.
Seit den dramatischen Ereignissen im Sommer 2003 haben Pflegeheime (EHPAD – Établissements d’Hébergement pour Personnes Âgées Dépendantes) und Krankenhäuser ihre Vorkehrungen verstärkt: Einführung von Hitzeschutzplänen, verstärkte medizinische Überwachung, spezielle logistische Organisation … Doch über die akute Notlage hinaus sind die Einrichtungen heute bestrebt, ihre Gebäude und ihre Ausstattung dauerhaft anzupassen – mit technischen Lösungen, die wirksam, energiesparend und auf schutzbedürftige Menschen abgestimmt sind. Unter diesen Lösungen setzen sich Luftumwälzer zunehmend als sinnvolle Alternative oder Ergänzung zu klassischen Kühlmethoden durch.
In Voiron: ein Pflegeheim, das besser für die Hitze gerüstet ist
1. Ein bereits im Juni aktivierter Hitzeschutzplan
Im Pflegeheim La Tourmaline in Voiron (Isère) wurde die Hitze im Sommer 2024 besser bewältigt als in den Vorjahren. Bereits Ende Juni aktivierte die Einrichtung ihren Hitzeschutzplan und mobilisierte das gesamte Personal, um Dehydrierung vorzubeugen und ein erträgliches Raumklima aufrechtzuerhalten. Dieser Plan sieht unter anderem Folgendes vor:
zusätzliche Trinkrunden,
leichtere Kleidung für das Personal,
eine verstärkte Beobachtung hitzebedingter klinischer Anzeichen.
Wie Chrystelle Fontaine, Leiterin der Einrichtung, betont: „Die Anzeichen einer Dehydrierung sind bei älteren Menschen oft verdeckt: Sie verlangen nicht von sich aus nach etwas zu trinken. Man muss daher bei jedem Kontakt proaktiv sein.“
2. Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Komforts
Konkret wurden Anfang Juli 2024 mit Unterstützung der Stadt Voiron und des Départementsrats mehrere Anpassungen vorgenommen:
Installation von zwei zusätzlichen Klimageräten in den Gemeinschaftsräumen,
Bereitstellung neuer, leichter T-Shirts für das Pflegepersonal,
Erprobung von Deckenventilatoren in zehn besonders exponierten Zimmern.
Diese als Luftentschichtungsgeräte bezeichneten Geräte sorgen für eine bessere Temperaturverteilung im Raum, indem sie stehende Warmluftzonen unter der Decke beseitigen.
Ergebnis: eine gleichmäßigere, angenehmer zu atmende Luft ohne unangenehme direkte Luftströme.
3. Positive Resonanz bei Bewohnern und Personal
Der Versuch scheint zu überzeugen. Danielle Dussert, eine rüstige Achtzigjährige, berichtet:
„Früher hatte ich einen tragbaren Ventilator. Jetzt geht es mir gut, ich setze mich zum Lesen darunter und kann durchatmen.“
Die Leiterin hebt zudem eine bemerkenswerte Veränderung hervor:
„Früher mussten wir sehr laute mobile Klimageräte mieten. Jetzt ist es viel angenehmer.“
Warum Luftumwälzer für Gesundheitseinrichtungen geeignet sind
Eine sanfte, kontinuierliche und energiesparende Antwort auf große Hitze
Luftumwälzer (oder Luftentschichtungsgeräte) sind Geräte, die die Luft in einem Raum in Bewegung setzen und gleichmäßig verteilen, ohne direkte Zugluft zu erzeugen. Bei Hitze vermitteln sie durch natürliche Verdunstung ein Gefühl der Kühle – ohne Temperaturschock und ohne gerichteten Luftstrom.
Im Gegensatz zur Klimaanlage trocknen sie die Luft nicht aus, erfordern keine aufwendigen Installationsarbeiten und werden auch von empfindlichen Menschen gut vertragen. Im Winter können sie zudem genutzt werden, um die Wärme im Raum gleichmäßig zu verteilen und so die Heizung zu optimieren.
Besondere Vorteile im medizinischen Umfeld
Ein guter Luftumwälzer für Pflegeheime oder Krankenhäuser muss mehrere genaue Kriterien erfüllen:
Leiser Betrieb, um Ruhe und Pflege nicht zu stören
Unauffälliges Design und geringer Platzbedarf (insbesondere in Zimmern mit niedriger Decke)
Körperliche Sicherheit, ohne offenliegende Flügel und ohne Stroboskopeffekt
Einfache Pflege, glatte und hygienische Materialien
Energiesuffizienz, um den Stromverbrauch zu begrenzen
Kompatibilität mit anderen Systemen (Klimaanlage, natürliche Lüftung)
Es gibt verschiedene Technologien: Luftumwälzer mit Flügeln, flügellose Modelle, Geräte mit laminarem Luftstrom oder mit Vortex-Effekt … Wichtig ist, ein bewährtes Modell zu wählen, das bereits in anderen vergleichbaren Einrichtungen installiert ist.
Weitere Erfahrungsberichte: Decazeville, Sénioriales, Niederlande …
1. Pflegeheim Bellevue in Decazeville
Auch das Seniorenheim Bellevue in Decazeville hat sich entschieden, die Zimmer mit Deckenventilatoren auszustatten. Die Leiterin erklärt, dass diese Geräte es ermöglicht haben, den Komfort sowohl im Sommer als auch im Winter zu verbessern und dank ihrer geringen Bauhöhe zugleich das Problem der niedrigen lichten Raumhöhe zu lösen.
2. Résidences Sénioriales: eine wohlüberlegte Entscheidung
In einer weiteren Einrichtung der Résidences Sénioriales gibt der Direktor an, dass diese Luftumwälzer „perfekt für Räume geeignet sind, die von älteren Menschen genutzt werden“ – insbesondere, weil sie die Luft horizontal über 360° verteilen und so jede unangenehme Zugluft vermeiden. Er betont zudem den leisen Betrieb, der von den Bewohnern sehr geschätzt wird.
3. Proteion (Niederlande): eine groß angelegte Einführung
In den Niederlanden hat die Seniorenheimkette Proteion mehrere ihrer Einrichtungen mit flügellosen Luftumwälzern ausgestattet. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die Grenzen herkömmlicher Ventilatoren und Klimaanlagen:
- Klimaanlagen verursachen bei den Bewohnern mitunter Kopf- und Halsschmerzen oder trockene Augen;
- Ventilatoren mit Flügeln erzeugen direkte Luftströme, die ältere Menschen schlecht vertragen.
Mit diesen neuen Geräten wird die Luftbewegung als natürlicher empfunden, ohne unangenehmen Luftzug, und die Luft bleibt ständig in Bewegung, um Zonen mit stehender Luft und Feuchtigkeit zu vermeiden.
Fazit: eine ausgereifte, wirksame und zeitgemäße Lösung
Das Beispiel Voiron zeigt ebenso wie die Beispiele aus Decazeville, den Sénioriales oder von Proteion, dass man konkret handeln kann, um den thermischen Komfort der Bewohner in heißen Phasen zu verbessern – ohne auf umfangreiche Bauarbeiten oder eine flächendeckende Klimatisierung warten zu müssen.
Deckenventilatoren sind eine einfache, wirtschaftliche und wirksame Lösung, die mit einem energiesparenden Ansatz vereinbar und besonders gut auf die Anforderungen des medizinischen Umfelds abgestimmt ist.
Hin zu einer schrittweisen und durchdachten Einführung
Viele Einrichtungen statten zunächst die am stärksten exponierten Zimmer aus, bevor sie die Installation je nach den Erfahrungen im Betrieb ausweiten. Die Rückmeldungen von Bewohnern, Personal und Leitungen fallen in der Regel sehr positiv aus – sowohl hinsichtlich des empfundenen Komforts als auch der einfachen Bedienung und Pflege.
Indem sie sich schon jetzt auf Hitzewellen vorbereiten, können Pflegeheime und Krankenhäuser ihre schutzbedürftigen Bewohner besser schützen, das Pflegepersonal entlasten und zu einem besseren Lebensumfeld beitragen … ohne zwangsläufig auf aufwendige oder energieintensive Systeme zurückgreifen zu müssen.


